Amaury Beaufort, Le Jardinot 2019
Amaury Beaufort, Le Jardinot 2019
Amaury Beaufort, Le Jardinot 2019
Amaury Beaufort, Le Jardinot 2019

Amaury Beaufort, Le Jardinot 2019

CHF 89.00 Angebot Sparen Sie

75 cl

Geliefert in 1 bis 2 Werktagen / Versandkosten

Unser Degustationsnotiz gilt sowohl für den Jardinot 2018 als auch für den Jardinot 2019 (für Unterschiede siehe ganz am Schluss).

Als wir unsere Nase am Jardinot schnuppern lassen, kommt uns sofort diese Werbung mit der «Wer hats erfunden?»-Frage in den Sinn. Salbei ist da, Pfefferminz, und auch Holunder und genauso Spitzwegerich und ein wenig Thymian. Oder ist es Rosmarin? Ein Schnitz unreifer Honigmelone hat sich ebenfalls ins Kräuterbonbonrezept eingeschlichen. Mit der Zeit nimmt die Kräuterwucht ab und es tritt nasser Schiefer hervor. Nass vom Saft und vom Öl von Zitrusfrüchten. Schliesslich wird die olfaktorische Geheimmischung des Jardinot durch einen Rhabarberstängel abgerundet.

Als wir uns das Champagnerbonbon in den Mund stecken, kommt uns sogleich ein weiterer Werbeslogan der Schleckindustrie in den Sinn: Sind sie zu stark, bist Du zu schwach. Und zu schwach sind wir tatsächlich. Denn anders als bei Degustationen üblich entlassen wir den Jardinot nicht in einen Spucknapf, sondern können einen Schluckreflex – gefolgt von einem Nachschenkreflex – nicht unterdrücken. Uns beeindrucken die Mineralik, die Knochentrockenheit und die Frische. In unserem Degustationsnotizheft steht: «Die Frische wird immer krasser.» In einem Sprachbild ausgedrückt schmeckt der Jardinot, als könnte man ein Stück Carraramarmor, das mit einigen Gold- und Silberadern durchzogen ist, trinken.

Kein Wunder, denken wir uns, bestellt das berühmte Restaurant Noma in Kopenhagen jeweils gleich 1000 Flaschen vom Jardinot (was etwa der Hälfte der Jahresproduktion entspricht).

Zum Schluss möchten wir Ihnen einen kleinen Warnhinweis geben: Erwarten Sie beim Jardinot auf keinen Fall einen klassischen Champagner. Stellen Sie sich eher auf einen Champagner-Klaps auf Ihren Allerwertesten ein. Und wenn der Klaps nicht allzu heftig ausfallen soll, raten wir Ihnen, den Jardinot nach Genuss des ersten Glases wieder zu verschliessen und erst vier Tage später weiterzutrinken. Die 96 Stunden wecken das Klassikerpotenzial in diesem jungen Wilden, ohne dass auch nur ein Gramm Frische verloren gehen würde.

Falls Sie sich gefragt haben, wie die Antwort auf die «Wer hats erfunden?»-Frage lautet: Sie fängt nicht mit einem R an, sondern mit einem B. Zwar verfügt Ricola mit fast 100 Jahren über ein stattliches Alter. Doch die Beaufort’sche Champagnertradition reicht so weit zurück, dass ein Jahrhundert höchstens als Masseinheit für das Alter taugt, aber nicht zur Angabe des Alters selbst.

Unsere Degustationsnotiz für den Jardinot ist an einem Abend entstanden, der als Degustationsapéro begonnen hatte. Nach zahlreichen Grilladen und Diskussionen über Thomas Manns Zauberberg konnte die letzte Flasche aber erst um 3 Uhr morgens degustiert werden. Als Mitternachtssnack servierten wir fünf verschiedene Jahrgangskäse der Alp Parpan (2022 bis 2018).

Hinweis zu den Jahrgangsunterschieden: Obwohl der Jardinot 2018 auf dem Papier der ältere Champagner ist, ist der Jardinot 2019 der leicht reifere (aber natürlich dennoch sehr frische). Anstatt einer Gold- und Silberader durchzieht ihn eine Gold- und Bronzeader.

  • Weinart:Champagner
  • Assemblage:100% Pinot noir
  • Ort(e):Bar-sur-Seine
  • Region:Côte des Bar
  • Klassifikation:Autre Cru
  • Anbauart:Biologisch (Ecocert), biodynamisch
  • Dosage:0 g / l
  • Alc.:12%
  • Jahrgang:NV (Basisjahrgang: 2019)
  • Hefelager:24 Monate
  • Degorgierdatum:März 2022 (kann wechseln)
  • Malolaktische Gärung:Ja
  • Ausbau:Eiche und anderes Holz
  • Schwefel:Nein
  • Hefeart:Naturhefe

Champagne
Amaury Beaufort

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