Klassifikationen(Grand Cru / Premier Cru / Autre Cru)

Wie die meisten Weinregionen Frankreichs verfügt auch die Champagne über ein Klassifizierungssystem, das die Anbauflächen in die Kategorien Grand Cru und Premier Cru einstuft. Rebberge, die in keine dieser Kategorien fallen, verfügen nicht über eine reglementierte Bezeichnung, werden aber häufig als Autre Cru oder village bezeichnet. Die aktuelle Klassifizierung stammt aus dem Jahr 1920 mit einer Erweiterung aus dem Jahr 1985. Danach haben 17 Gemeinden der Champagne den Grand-Cru-Status erreicht und 44 denjenigen von Premier Cru. Die übrigen 255 Gemeinden der Champagne sind nicht klassifiziert bzw. werden als Autre Cru oder village bezeichnet.

Anders als etwa im Burgund oder dem Bordelais spielen die Klassifikationen in der Champagne eine weniger wichtige Rolle, was wohl vor allem an der Assemblagetradition liegt. Immerhin lässt sich wohl sagen, dass Winzer, die über Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen verfügen, sich in einer sehr guten Ausgangslage befinden, um hervorragende Champagner zu keltern. Genauso hervorragend können aber auch Champagner sein, die aus einer nicht klassierten Lage stammen. Denn erstens ist ein Klassifikationssystem niemals objektiv und zweitens spielten bei der Vornahme der Klassifikationen 1920 und 1985 manchmal auch Umstände eine Rolle, die vielleicht keine Rolle hätten spielen sollen.
Manche Winzer verzichten bewusst auf den Hinweis, dass ihre Champagner aus einer klassierten Lage stammen. So könnten Champagne A. Lamblot den Intuition und Champagne Jestin sowohl den Jestin als auch den Clos de Cumières als Premier Cru bezeichnen, tun dies aber nicht. •

Paul Girard macht sich ans Verkorken seines A mi-chemin.

Champagne Girard-Bonnet