Maison de Champagne (Markenchampagner)

Champagner verbindet man oft mit den grossen maisons de Champagne: Moët & Chandon, Ruinart, Louis Roederer etc. Das hat drei Hauptgründe: Erstens sind die grossen Marken fast alle sehr alt und hatten entsprechend viel Zeit, ihre Bekanntheit auf- und auszubauen. Zweitens geben sie auch heute noch enorm viel Geld für Marketing aus. Ruinart etwa lässt sich allein das Sponsoring der Art Basel einen erklecklichen Millionenbetrag kosten. Drittens vereinen die grossen Marken den Löwenanteil der Champagnerproduktionskapazitäten auf sich. Von den jährlich 385 Millionen verkauften Flaschen Champagner stammen weit mehr als zwei Drittel von den nur etwas mehr als 200 maisons de Champagne, die es gibt. Nur schon die LVMH-Gruppe, zu der etwa Moët & Chandon und Ruinart gehören, produziert jährlich fast 70 Millionen Flaschen. Selbst von «Luxuschampagnern» wie einem Dom Pérignon werden jährlich mehrere Millionen Flaschen hergestellt.

Neben den grossen Produktionszahlen charakterisieren sich die maisons de Champagne vor allem dadurch, dass sie einen Grossteil der Trauben, die sie zu Champagner verarbeiten, nicht selbst anbauen, sondern zukaufen müssen. Verkäufer sind Bauern, die aus ihren Trauben keinen eigenen Champagner herstellen, und Winzer, die für die eigenen Produktion nur einen Teil ihrer Ernte verwenden.

Das Gegenstück zum Markenchampagner ist der >Winzerchampagner – einzig solchen gibt es bei LES BULLES zu kaufen. Winzerchampagner charakterisiert sich erstens dadurch, dass der Winzer die Trauben, aus denen er Champagner kreiert, nicht zukauft, sondern selbst anbaut. So kontrolliert er den gesamten Herstellungsprozess vom Anfang bis am Ende. Das sorgt gleichzeitig für höchste Qualität und höchste Individualität. Und wenn ein Winzer einmal trotzdem ein wenig Trauben zukauft, dann nur von befreundeten Winzern. So kauft z. B. Amaury Beaufort für seinen >Roséchampagner Pinot noir bei Agathe & Clément Piconnet von Champagne C. H. Piconnet.

Ein weiterer grosser Unterschied zwischen Winzer- und einem Markenchampagner besteht in den Produktionsmengen. Unsere Winzerinnen und Winzer füllen pro Jahr nur gerade zwischen
5 000 und 100 000 Flaschen ab. Von manchen >parcellaires gar nur wenige hundert Flaschen. Das scheint uns der wahre Luxuschampagner zu sein. •

Paul Girard macht sich ans Verkorken seines A mi-chemin.

Champagne Girard-Bonnet